"Halloween Ends" und alle Halloween-Filme gereiht vom schlechtesten zum besten | © UPI

"Halloween Ends" und alle Halloween-Filme gereiht vom schlechtesten zum besten

Tags zur Merkliste hinzufügen

Sie sind nicht angemeldet!

Teilen über

copied

Der Abschluss der Slasher-Trilogie von Regisseur David Gordon Green ist ein weiterer Tiefpunkt in der langen Reihe von schier endlosen "Halloween"-Sequels und Remakes.

John Carpenter hat mit "Halloween" im Jahr 1978 nicht nur den Teenie-Slasher nachhaltig als eigenes Horror-Genre geprägt, sondern auch den Grundstein für das wohl langlebigste und erfolgreichste Horror-Franchise gelegt. Inzwischen zählt die Filmreihe schon ganze zwölf Filme: zehn mehr oder (meist) weniger gelungene Fortsetzungen des kultigen Originals und ein Remake (2007) mit Sequel (2009) von Rob Zombie. 

Showdown für Michael Myers und Laurie Strode

2018 machte sich Regisseur David Gordon Green erneut an einen Reboot des "Halloween"-Franchise. Seine gelungene Fortsetzung des Originals mit dem schlichten Titel "Halloween" ignoriert alle bisher produzierten Sequels. 2021 folgte das direkt an die Fortsetzung anschließende Sequel "Halloween Kills" – und nun kommt der Abschluss der "Halloween-Trilogie" von David Gordon Green ins Kino mit dem bezeichnenden Titel "Halloween Ends".

Grund genug für ein Ranking aller "Halloween"-Filme vom schlechtesten zum besten. Wie gut ist der neue "Halloween"-Film im Vergleich mit seinen zahlreichen, nicht immer geglückten Vorgängern? So viel sei schon jetzt verraten: Nach dem gelungenen Auftakt der neuen Trilogie setzt sich der Abwärtstrend fort. 

 

Alle "Halloween"-Filme gereiht vom schlechtesten zum besten

 

Halloween-Resurrection-2002_movie_UPI | © UPI

13. Halloween: Resurrection (2002)

Der achte Teil der Filmreihe ist ein Kuriosum auf ganzer Linie. Als Fortsetzung zu "H20" (1998) konzipiert, darf Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) gleich zu Beginn ihr Leben lassen – nur um einem haarsträubenden Plot um Michael Myers in einem Reality-TV-Killerhaus platzzumachen. Vollkommen absurd, bisweilen arg schlecht und mit einer peinlich-unpassenden Slapstick-Einlage um einen falschen und den echten Michael Myers. 

 

Halloween-VI_movie_UPI | © UPI

12. Halloween VI – Der Fluch des Michael Myers (1995)

Die Teile 4 bis 6 erzählen (ähnlich wie die neue Trilogie) eine zusammenhängende Geschichte, die als die "Thorn Trilogy" bekannt ist – und von allen späteren Filmen ignoriert wurde! Das Finale dieser Trilogie ist ein Desaster an unausgegorenen Ideen und überhetzter Produktion, bei der es an allen Ecken und Enden hapert. Konfus und langweilig. Dennoch gibt es kleine Highlights: Der sehr junge Paul Rudd in einer ersten großen Rolle und der letzte Auftritt von Donald Pleasence als Dr. Loomis. 

 

Halloween-Ends_UPI_4198_D019_00497 | © Universal Pictures

11. Halloween Ends (2022)

Nomen est omen! Das kann man beim Abschluss der jüngsten Halloween-Trilogie wirklich nur für das gesamte Kino-Franchise hoffen. Nach der seelenlosen Gewaltorgie von "Halloween Kills" wird die Brutalität wieder ein wenig zurückgeschraubt (bleibt aber blutig), was ja grundsätzlich auch für einen Horrorfilm nichts Schlimmes bedeuten muss. Nur kommt leider aufgrund einer haarsträubenden Story voller Logik-Lücken kaum Spannung auf, was bei einem Horrorfilm dann doch schlimm ist. Fast sehnt man sich wieder nach der Gewaltorgie des Vorgängerfilms, die immerhin ansatzweise von der dünnen Handlung abgelenkt hat. Zwar ist "Halloween Ends" nicht der absolute Tiefpunkt der an Tiefpunkten nicht gerade armen Filmreihe, aber gemessen an dem guten Start der Trilogie von David Gordon Green ist es umso enttäuschender, dass gerade er den Todesstoß ausführt. Denn nach diesem Machwerk bleibt nur die Hoffnung, dass Halloween hier ein für alle Mal endet! 

 

Halloween-H20_Jamie-Lee-Curtis_1998_UPI | © UPI

10. Halloween H20 (1998)

Nach der "Thorn-Trilogie" wollten die Produzenten wieder zurück zur Ursprungsformel. Folgerichtig wurde Jamie Lee Curtis wieder als Laurie Strode engagiert, Josh Hartnett spielt ihren Filmsohn. Der Film selbst spielt 20 Jahre nach den ersten beiden Filmen. Da Mitte der Neunziger Teenie-Slasher wieder so richtig modern wurden, wirkt H20 auch mehr wie ein "Scream"- oder "Ich weiß was du letzten Sommer getan hast"-Verschnitt. Damals kam das recht gut an, hat aber rückblickend dem Franchise keinen Gefallen getan. H20 ist auch gar nicht gut gealtert. 

 

Halloween-3-season-of-the-witch_1982_movie_UPI | © UPI

9. Halloween III (1982)

"Halloween III – Season of the Witch", so der Originaltitel, ist wohl der seltsamste Film des gesamten "Halloween"-Franchise, weil hier zum ersten und zum letzten Mal in der gesamten Filmreihe komplett auf die Präsenz von Michael Myers verzichtet wurde. Hintergrund: Produzent John Carpenter schwebte zum damaligen Zeitpunkt vor, aus dem Kino-Franchise eine Anthologie-Reihe zu machen. Für ihn war die Geschichte von Michael Myers fertig erzählt. Nun sollten verschiedene Regisseure, verschiedene Filme zum Thema Halloween machen. Der katastrophale Flop des Films bereitete diesem Vorhaben zum Glück ein schnelles Ende. 

 

Halloween-II_2009-movie_UPI | © UPI

8. Halloween II (2009)

Rob Zombies Fortsetzung zu seinem Remake von 2007 ist vor allem eines: Ein Ausläufer der in den 00er Jahren grassierenden, äußerst harten Horrorfilme-Welle – losgetreten vom Torture-Porn der "Saw"- (2004) und "Hostel"-Filme (2005). Der Film ist dreckig, hässlich und ultrabrutal – verfügt aber auf der anderen Seite über eine durchaus ansprechende Bildsprache (nämlich Michael Myers Traum-Welt). Was der Streifen hingegen sträflich vermisst, sind Spannung und so etwas wie eine Seele. 

 

Halloween-V_movie_1989_UPI | © UPI

7. Halloween V – Die Rache des Michael Myers (1989)

Der zweite Teil der Thorn-Trilogie führt die Geschichte des vierten "Halloween"-Films ziemlich lustlos und ohne erkennbares Ziel dort weiter, wo der Vorgänger aufhört. Damit ist auch dieser Film im unterdurchschnittlichen Bereich des Kino-Franchise angesiedelt. Doch von nun an geht es von solidem Mittelmaß stetig aufwärts. 

 

Halloween-IV_movie_Danielle-Harris_UPI  | © UPI

6. Halloween IV – Michael Myers kehrt zurück (1988)

Der Beginn der Thorn-Trilogie brachte sechs Jahre nach dem katastrophalen Flop von "Halloween III" wieder zurück, was das die Fans wollten: Michael Myers! Seine Geschichte und Mythologie wird nun weiter gesponnen. Dabei entpuppt sich "Halloween IV" sicherlich nicht als Meisterwerk, schafft es aber, wieder neues Blut in die fast schon toten Adern des Franchise zu pumpen. Auch die damals erst elfjährige Danielle Harris ist ein bezauberndes Highlight des Films. Alles in allem ein spannender Film mit einem Killer-Ende. 

 

Halloween-Kills_2021_movie_UPI_2 | © UPI

5. Halloween Kills (2021)

"Halloween Kills" ist vor allem dank der soliden Inszenierung von David Gordon Green guter Durchschnitt, kommt aber leider an den ersten Teil seiner Trilogie nicht heran. Erwartungsgemäß wurde der Bodycount gesteigert, aber leider die Handlung auf Null reduziert. Während Green im Jahr 2018 noch durch ein gewitztes Zusammenspiel von alten und neuen Ideen überzeugte, gefällt sich "Halloween Kills" nun im reinen Wiederholen erprobter Szenarien. Dadurch wird der Film schnell zur öden Nummernrevue, bei der nach altbekannten Mustern am laufenden Band gekillt wird. Das ist nicht erfreulich, aber auch keine Überraschung. Leider hat sich die Hoffnung, dass Green für sein Trilogie-Finale "Halloween Ends" noch ein paar Ideen und Asse im Ärmel hatte, nicht erfüllt. 

 

Halloween-2007_malcolm-mcdowell_movie_UPI | © UPI

4. Halloween (2007)

Rob Zombies Remake von John Carpenters Original scheidet seit jeher die Geister. Die Umdeutung von Michael Myers Background, als White-Trash-Trailerpark-Kid, kam nicht überall gut an. Dennoch muss man sagen: "Halloween 2007" ist ein düsterer, harter und auch tragischer Horrorfilm für Erwachsene. Und bis heute wahrscheinlich immer noch Rob Zombies bester Film. Handwerklich gibt es nichts zu mäkeln. Und Malcolm McDowells diabolische Neuinterpretation von Dr. Loomis ist sensationell. 

 

Halloween-II_1981_movie_UPI_Jamie-Lee-Curtis | © UPI

3.  Halloween II – Das Grauen kehrt zurück (1981)

John Carpenter zierte sich lange, bevor er schließlich doch das Drehbuch der ersten Fortsetzung im Jahr 1981 schrieb und den Film auch produzierte (gemeinsam mit seiner langjährigen Geschäfts-Partnerin Debra Hill). Die Regie gab er aber an Rick Rosenthal ab, der hier noch gute Arbeit geleistet hat (später aber "Halloween: Resurrection" ziemlich in den Sand setzte). Auch wenn es sich nicht um einen echten John-Carpenter-Film handelt, fühlt sich "Halloween II" verdammt danach an. Das ganze "Belagerungs-Setting" im Krankenhaus erinnert stark an die Carpenter-Streifen "Assault – Anschlag bei Nacht" (1976) und "Die Fürsten der Dunkelheit" (1987). Thematisch knüpft der Film direkt an das Original an und führt dieselbe Halloween-Nacht einfach weiter. Spannung und auch Brutalität wurden dabei konsequent gesteigert. Am besten lässt sich der Film im Double-Feature mit Teil 1 genießen. 

 

Halloween-2018_movie_Jamie-Lee-Curtis_UPI_02 | © UPI

2. Halloween (2018)

Rechtzeitig zum 40. Jubiläum des Originals kam 2018 eine Fortsetzung mit dem schlichten Titel "Halloween" heraus, die alle Filme seit dem ersten Teil rigoros ignoriert. Regisseur David Gordon Greens hat sein ambitioniertes Projekt als Trilogie angelegt, die mit "Halloween Kills" fortgesetzt wurde und nun mit "Halloween Ends" abgeschlossen wird. Nicht nur John Carpenter ist wieder als Produzent dabei, auch Jamie Lee Curtis wurde wieder auf die Leinwand gehievt. Mit zerfurchtem, grantigem Gesicht tritt sie ihrer alten Nemesis entschlossen entgegen. David Gordon Green gelingt eine Gratwanderung zwischen ikonischen Momenten, (leichter) Ironie und anhaltender Hochspannung. 

 

Halloween_jamie-lee-curtis_ConcordeFilm_movie_02 | © Concorde Film

1. Halloween – Die Nacht des Grauen (1978)

Das Original ist natürlich nicht zu überbieten. John Carpenter hat hier ein eigenes Genre, den Teenie-Slasher, erfunden und nachhaltig geprägt. Zwar gab es schon davor einige wenige Slasher-Beispiele (z.B. aus Italien oder der kanadische Film "Black Christmas"), aber erst "Halloween" wurde zur Mutter aller Teenie-Slasher. Bis heute hat der Film Maßstäbe gesetzt und gilt als der Prototyp des maskierten Killer-Films. Selbst wenn der Film nach heutigen Torture-Porn-, Gore- und Jump-Scare-Standards vielleicht eher lahm wirkt: Wirklich alles was danach kam, fußt auf den Ideen, der Musik (!) und der Atmosphäre, die John Carpenter hier geschaffen hat. Ein unkaputtbares Meisterwerk. Nicht mehr. Nicht weniger.