Kino-Tipps: Michelle Yeoh im Multiversum & Rabiye Kurnaz vor Gericht  | © Leonine

Kino-Tipps: Michelle Yeoh im Multiversum & Rabiye Kurnaz vor Gericht

Welche neuen Filme starten in der Woche vom 27. April bis 3. Mai 2022 im Kino und welche Highlights würden wir gerne auf der großen Leinwand sehen?

Parallelwelten haben nicht nur im Marvel Cinematic Universe (MCU) Hochkonjunktur. Schon eine Woche vor "Doctor Strange in the Multiverse of Madness" kommt in Deutschland das durchgeknallte Sci-Fi-Action-Spektakel "Everything Everywhere All At Once" ins Kino. Österreich muss noch eine Woche warten. Zweifelsfrei ist das Multiversum von Marvel weit populärer, aber in Sachen Madness dürfte es mit der schrägen Geschichte von "Everything Everywhere All At Once" wohl eher nicht mithalten können.

Unser Kino-Highlight in beiden Ländern ist in dieser Woche die Komödie "Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush", eine fiktive Geschichte rund um den realen Fall des "Bremer Taliban". Fünf Jahre lang wurde Murat Kurnaz im berüchtigten US-Gefangenenlager in Guantanamo Bay ohne Anklage festgehalten. Im Mittelpunkt des Films steht seine Mutter. Neugierig macht uns auch die Tragikomödie "In den besten Händen" (jetzt auch in Österreich) – und was es sonst noch neu im Kino läuft …  

 

 

Neu im Kino:

27. April bis 3. Mai 2022

 

1. Everything Everywhere All At Once

Episches Sci-Fi-Action-Spektakel des Regie-Duos Daniel Kwan und Daniel Scheinert. Das gemeinsam als "Daniels" bekannte Duo hat schon mit "Swiss Army Man" ein Talent für schräge Geschichten bewiesen. Der Titel (ins Deutsche übersetzt: "Alles, überall, gleichzeitig") spiegelt zunächst einmal die Überforderung der Waschsalon-Besitzerin Evelyn Wang (Michelle Yeoh) wider, die im Chaos ihres Alltages unterzugehen droht. Ihr Vater hat seinen Besuch aus China angekündigt, ihre Kunden haben ständig Sonderwünsche, für ihren Noch-Ehemann Waymond (Ke Huy Quan) soll sie die Scheidungspapiere unterschreiben und ihre Steuererklärung wächst ihr über den Kopf.

Das plötzliche Auftauchen von "Alpha Waymond“, einer Version ihres Mannes aus einem anderen Universum, stellt aber alles in den Schatten. Er sieht in Evelyn die einzige Chance, die Bedrohung des Multiversums durch die mysteriöse Jobu Tupaki abzuwenden. Die böse Gegenspielerin kann zwischen den Parallelwelten hin und her springen. An Evelyn liegt es nun, nicht nur eine Welt, sondern alle Welten in der Unendlichkeit des Multiversums zu retten.

"Everything Everywhere All At Once" startet regulär erst am 20. Mai 2022 in Österreich, ist aber schon am 5. Mai, in der Eröffnungsnacht des Wiener Filmfestival SLASH ½ vom 5. bis 7. Mai 2022 zu sehen. Der Vorverkauf im Filmcasino läuft bereits. Damit kommt Evelyns Multiversum gleichzeitig mit dem Marvel-Blockbuster "Doctor Strange in the Multiverse of Madness" ins Kino. Wir wagen zu behaupten, dass es jenes von Marvel an Madness überbietet. Ab 28. April in deutschen Kinos. 

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2. Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

Fiktive Komödie rund um den realen Fall des "Bremer Taliban" Murat Kurnaz, der fünf Jahre lang im US-Gefangenenlager in Guantanamo Bay ohne Anklage festgehalten wurde. Seine Autobiographie "Fünf Jahre meines Lebens" wurde bereits verfilmt. Regisseur Andreas Dresen erzählt in dieser Politkomödie allerdings nicht die Geschichte von Murat, sondern die seiner Mutter Rabiye Kurnaz (Meltem Kaptan). Die Bremer Hausfrau und liebende Mutter wendet sich an den Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke (Alexander Scheer), um notfalls sogar den US-Präsidenten höchstpersönlich vor den Kadi zu schleifen.

Was folgt, ist überraschenderweise keine wütende Anklage der Politik, sondern eine leichtfüßige Politkomödie über die Suche nach Gerechtigkeit. Denn Rabiye Kurnaz nimmt mit ihrem überbordenden Optimismus das Publikum ein und sorgt für den nötigen Humor in dieser an sich ernsthaften Geschichte. In den witzigen Dialogen und dem fiktiven Zugang des Films, unabhängig von der realen Person Rabiye Kurnaz (die an den Dreharbeiten beteiligt war), sieht "Kino-Zeit" die Stärke des Films. Das macht uns neugierig und "Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush" zu unserem zweiten Kino-Highlight der Woche. Ab 29. April 2022 im Kino. 

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3. In den besten Händen

Französische Tragikomödie in einem Pariser Krankenhaus rund um den Ausnahmezustand der Gelbwesten-Proteste: Bei einem Streit mit ihrer Lebensgefährtin stürzt Raphaela (Valeria Bruni-Tedeschi) unglücklich und bricht sich den Arm. Im Krankenhaus muss sie sich das Zimmer mit dem wütenden LKW-Fahrer Yann (Pio Marmaï) teilen, der gerade bei den Demonstrationen verletzt wurde. Durch die Proteste wird das überfüllte Krankenhaus mit Notfällen geflutet. Das Personal arbeitet am Limit. Im Laufe einer ereignisreichen Nacht prallen zwischen Raphaela und Yann Vorurteile und Klassen-Ressentiments aufeinander, aber es lassen sich auch Gemeinsamkeiten finden.

"Film-Rezensionen.de" bezeichnet den Film von Regisseurin und Drehbuchautorin Catherine Corsini als "anstrengende, aber auch unterhaltsame und bereichernde Tragikomödie". Gerade in Zeiten der ständigen Überlastung der Krankenhäuser durch die Coronavirus-Pandemie erhält "In den besten Händen" zusätzliche Aktualität. In Deutschland ist der Film bereits seit letzter Woche zu sehen, ab 29. April auch in österreichischen Kinos. 

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Außerdem neu im Kino:

 

Wolke unterm Dach

Berührende Vater-Tochter-Geschichte und Familiendrama aus Deutschland: Paul (Frederick Lau) und seine 8-jährige Tochter Lilly (Romy Schroeder) müssen mit dem plötzlichen Tod von Julia (Hannah Herzsprung) zurechtkommen. Während Paul beim Versuch, keine Schwäche zu zeigen und Vater und Mutter zugleich zu sein, in die Überforderung schlittert, zieht sich Lilly in ihre Fantasie zurück. Am Dachboden des Hauses glaubt sie mit ihrer Mutter in Kontakt zu sein. Dort wohnt Julia noch immer in einer Wolke unterm Dach. Gemeinsam müssen sich Vater und Tochter der Realität stellen, Abschied nehmen und ihrem Leben eine neue Wende geben. Ab 29. April im Kino. 

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Vortex

Gaspar Noé ist immer für ein unerwartetes Kino-Erlebnis gut. Wer sich allerdings visuell faszinierend aufbereitete Schock-Momente und Exzesse wie in "Irreversibel", "Climax", "Love" oder "Enter the Void" erwartet, ist diesmal auf dem Holzweg. Im Mittelpunkt des laut "Kino-Zeit" ziemlich "fordernden wie stellenweise melodramatisch überhöhten, (…) aber nie rührseligen" Films steht das Altern und der Tod. Ein altes Ehepaar ohne Namen, kongenial gespielt von Dario Argento und Francoise Lebrun, haben in einem engen Pariser Apartment zwar ihr Leben geteilt, müssen nun aber feststellen, dass wohl jeder für sich alleine sterben wird. Noé liefert erneut ein äußerst provokantes Meisterwerk ab, das vom Setting an Hanekes "Liebe" erinnert. Ein Pflichttermin für Noé-Fans, aber wohl auch nicht jedermanns Sache.

In Österreich war der Film bereits bei der Viennale zu sehen, ein regulärer Starttermin ist aber bisher nicht bekannt. Ab 28. April in deutschen Kinos

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Die Odyssee

In diesem außergewöhnlichen Animationsfilm wird die dramatische Reise der Flüchtlingsgeschwister Kyona und Adriel gezeigt. Ihre Flucht vor ihren Verfolgern aus einem nicht näher genannten osteuropäischen Land wird in eindrucksvollen, poetischen Bildern geschildert, die an Malerei erinnern. Ab 29. April im Kino. 

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Dinner für Acht

Neugierig macht uns auch der erste Spielfilm des österreichischen Werbefilmers Bernhard Ratka. Der Trailer kann sich sehen lassen und auch die Story hat Potenzial: Bei einem Dinner beschließt ein Wiener Freundeskreis zu testen, ob sie von ihren digitalen Geräten wie Smartphones und Sprachassistenten wie Alexa tatsächlich abgehört werden. Hört da tatsächlich jemand mit oder sind es nur Verschwörungstheorien? Daraus lässt sich zumindest in unserer Vorstellung ein spannender Genrefilm basteln. Ob das gelungen ist? Ab 29. April in österreichischen Kinos. 

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Downton Abbey 2: Eine neue Ära

Wer von der TV-Serie "Downton Abbey" nicht genug kriegen kann, wird sich über den bereits zweiten Kinofilm freuen: Die gesamte Originalbesetzung versammelt sich erneut vor der Kamera und führt die Geschichte der britischen Adelsfamilie Crawley weiter. Diesmal sorgt nicht nur eine Filmproduktion auf dem Familienanwesen für Aufruhr, sondern auch die mysteriöse Erbschaft einer Villa an der Côte d’Azur. Ab 28. April 2022 im Kino. 

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Weitere Kinostarts in dieser Woche:

In Österreich startet zudem das Drama "Playground" im Wiener Stadtkino.  In Deutschland kommen die Dramen "Die Saat", "Das Glaszimmer" und "Der Mann, der die Welt aß" sowie der Horrorfilm "Luzifer" ins Kino.