Die 20 besten Serien des Jahres 2021 | © AppleTV

Die 20 besten Serien des Jahres 2021

STREAMO-Serienrückblick: Diese TV-Serien waren im vergangenen Jahr 2021 unsere Lieblinge bei Streaming-Anbietern wie Netflix, Prime Video, Disney+, Apple-TV+, StarzPlay und Sky.

Nachschub beim Serien-Stoff ist auch im zweiten Pandemiejahr 2021 gefragt. Trotz Befürchtungen, dass die Serien-Flut aufgrund der Produktionsunterbrechungen im Zuge der COVID-19-Pandemie verebben könnte, hat vor allem Netflix wieder eine Vielzahl an neuen Serien präsentiert. Mit "Squid Game" ist dem Streaming-Giganten sogar ein Überraschungshit gelungen. Aber die Netflix-Konkurrenz schläft nicht: Disney+ hat Marvel-Fans mit fünf neuen Serien im Marvel Cinematic Universe (MCU) für die Ausfälle im Kino entschädigt. Amazon Prime Video hat uns mit zwei gelungenen Miniserien überrascht und der Amazon-Channel StarzPlay hatte auch wieder interessante Serien-Neuheiten im Programm. Im Jahr 2021 hat uns AppleTV+ erstmals mit seinen Eigenproduktionen "Foundation" und "Ted Lasso" wirklich begeistert. Und auch Sky blieb mit US-Serien wie "Mare of Easttown" und Eigenproduktionen wie "Die Ibiza-Affäre" im Gespräch. 

 

Die 20 besten Serien 2021 zum Streamen

Das sind unsere 20 liebsten TV-Serien des Jahres 2021, die wir euch wärmstens ans Herz legen, falls ihr sie nicht ohnedies schon geschaut habt: 

 

Die-Ibiza-Affäre_miniserie_Sky_03 | © Sky

20. Die Ibiza Affäre, Miniserie (Sky)

Die Sky-Eigenproduktion rollt Österreichs größten Politskandal des 21. Jahrhunderts (und vermutlich auch davor) als vierteilige Miniserie auf – basierend auf dem Buch der beiden SZ-Journalisten, die den Fall aufgedeckt haben: Bei einem Treffen auf der sonnigen Balearen-Insel, das heimlich auf Video aufgezeichnet wird, verscherbeln der damalige Vizekanzler H.C. Strache (Andreas Lust) und der Wiener Vize-Bürgermeister Johann Gudenus (Julian Looman) die Republik in Gedankenspielen an eine vermeintliche russische Oligarchin.

Im Mittelpunkt der Serie stehen aber nicht die Politiker, sondern der Wiener Anwalt Ramin Mirfakhrai (David A. Hamade) und der Privatdetektiv Julian Hessenthaler (Nicholas Ofczarek). Sie erfinden die Oligarchin und locken die beiden FPÖ-Politiker in die Falle. Das Video löst eine Regierungskrise in Österreich aus und führt zu Ermittlungen, die bis heute die Politik der Alpenrepublik in Atem halten. Atemberaubend ist auch die Rekonstruktion der Ereignisse in der Serie – und mit Sicherheit wesentlich sehenswerter als das originale Ibiza-Video! 

Devs_102_0207_FX_Disney | © Disney

19. Devs, Miniserie (Disney+)

Spannende Sci-Fi-Miniserie von Regisseur und Drehbuchautor Alex Garland, bekannt für das Sci-Fi-Meisterwerk "Ex Machina". Seit 2021 ist die Serie auf Disney+ zu sehen. Ähnlich wie bei "Ex Machina" dreht sich alles um den Hightech-Konzernriesen Amaya und den Firmengründer Forest (Nick Offerman). Am Unternehmenssitz in San Francisco arbeitet der Visionär in einer streng abgeschirmten Abteilung names "Devs" an einer geheimen Technologie. Als der Mitarbeiter Sergei in die "Devs"-Abteilung versetzt wird, freut sich seine Freundin Lily Chan (Sonoya Mizuno) mit ihm. Sie arbeitet ebenfalls bei Amaya als Programmierin. Doch schon nach dem ersten Tag in der neuen Abteilung verschwindet Sergei spurlos und begeht 24 Stunden später Selbstmord vor einer Überwachungskamera. Trotz Videobeweis glaubt Lily nicht an einen Suizid. 

HALSTON_102_Unit_00204RC | © Netflix

18.  Halston, Miniserie (Netflix)

Die neue Netflix-Serie von Serien-Produzent Ryan Murphy ("Glee", "American Horror Story", "Ratched") ist ein Biopic in fünf Teilen über den US-Modedesigner Ray Halston Frowick, bekannt als Halston. Ewan McGregor schlüpft in die Rolle des schwulen und exzentrischen Designers, dessen Aufstieg zu internationalem Ruhm Ende der 60er-Jahre beginnt. Wir begleiten Halston bei seinen sexuellen Eskapaden, Drogen- und Party-Exzessen im berühmten Studio54 und treffen dabei auch Stars wie die junge Liza Minelli.

"Halston" erinnert ein wenig an das fiktive Schachdrama "Das Damengambit", hat aber eine nicht ganz so spannende Geschichte zu bieten. Aufgrund der hervorragenden Besetzung und der sichtbaren Production Values ist der Vergleich mit dem Netflix-Historiendrama "The Crown" naheliegender. Denn auch hier plätschert die Handlung ohne besondere Highlights dahin, hält aber das Publikum dank der Faszination für die Welt, in die da Einblick gewährt wird, ständig bei der Stange. 

Snowpiercer_2020_serie_TNT | © TNT/ Netflix

17. Snowpiercer, Staffel 2 (Netflix)

Die Endzeit-Serie kombiniert auch in Staffel 2 gekonnt Soap-Drama mit Sci-Fi-Action und hält nach dem Cliffhanger der ersten Staffel das hohe Tempo. Der ebenso charismatische wie despotische Erfinder des Zuges, in dem die Reste der Menschheit rund um einen vereisten Planeten kurven, ist zurück: Joseph Wilford (Sean Bean) will die Herrschaft über seinen Zug zurück. Doch da haben Andre Layton (Daveed Diggs) und Melanie Cavill (Jennifer Connelly) auch noch ein Wörtchen mitzureden. Mit Melanies totgeglaubter Tochter Alexandra (Rowan Blanchard) hat Wilford aber einen Trumpf im Ärmel. 

Arcane_Serie_Vi_fight | © Netflix

16. Arcane, Staffel 1 (Netflix)

Für Anime-Fans ist "Arcane" wohl das Serien-Highlight des Jahres. Die Netflix-Serie liefert die Vorgeschichte des populären Computerspiels "League of Legends" und besticht durch einen lebendigen und sehr detailverliebten Animationsstil. Auch dank der gelungenen Story und Charakterentwicklung löste die Fantasy-Serie bei Kritikern und Publikum gleichermaßen Begeisterung aus. Obwohl die Herkunft einiger wichtiger Charaktere im "League of Legends"-Universum beleuchtet wird, musst du die Videogames nicht kennen, um die Serie toll zu finden: Die Handlung spielt in der Steampunk-Welt von Runeterra in den beiden Städten Piltover und Zhaun, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zhaun ist eine Stadt der Unterprivilegierten. Verdreckt und düster liegt sie unter der reichen und glorreichen Stadt Piltover, die von Aristokraten beherrscht wird. Zwischen den Städten schwellt ein Konflikt. Oben sorgt eine Technologie namens Hextech, mit der Magie kontrolliert werden kann, für Aufruhr. Unten verbreitet eine mysteriöse Droge, die Menschen zu Monstern werden lässt, Unruhe. Die beiden Schwestern Vi und Jinx geraten im Konflikt der beiden Städte zwischen die Fronten. Dabei spielt die Serie gekonnt mit den Begriffen "gut" und "böse", die aus verschiedenen Blickwinkeln recht unterschiedlich interpretiert werden können.

Neben "Arcane" ist 2021 für Freunde des Anime-Films auch die zweite Staffel von "Love, Death + Robots" ein heißer Tipp auf Netflix. 

BMF_StarzPlay_7372_a_1800x1200 | © StarzPlay

15. BMF, Staffel 1 (StarzPlay)

"BMF" steht für "Black Mafia Family". Das von Curtis "50 Cent" Jackson produzierte Crime-Drama basiert auf der wahren Geschichte der Flenory-Brüder Demetrius "Big Meech" und Terry "Southwest T". 1989 gründeten die Brüder in Detroit einen Drogenring, der via Los Angeles und Atlanta mit Drogen aus Mexico handelte. Um das Geld zu waschen, stiegen die Flenory-Brüder um das Jahr 2002 in das Musikgeschäft ein und gründeten das Hip-Hop-Label BMF Entertainment. Allerdings dreht sich die Geschichte nicht nur um Aufstieg und Fall der BMF, sondern erzählt auch in Rückblicken vom Amerika der 80er-Jahre und letztendlich davon, wie der Amerikanische Traum im Turbokapitalismus auf der Strecke blieb. "BMF" kommt zwar nicht ganz an die Charaktertiefe von "Die Sopranos" oder "Breaking Bad" heran, ist aber dank guter Besetzung und sehenswerter Ausstattung dennoch guter Serien-Stoff für Fans von Mafia- und Gangster-Serien. 

The-Good-Lord-Bird_miniserie_Showtime_ViacomCBS | © Showtime/ Sky

14. The Good Lord Bird, Miniserie (Sky)

Die absurde Western-Serie von und mit Ethan Hawke ist schwer zu beschreiben: Im Mittelpunkt steht der von Hawke mit Inbrunst verkörperte Abolitionist John Brown, der – kaum zu glauben – eine historische Figur der US-Geschichte ist. Mit seinem religiös-fundamentalistischen Kampf gegen die Sklaverei soll er einer der Auslöser des Amerikanischen Bürgerkrieges gewesen sein. Viele halten ihn bis heute für einen Wahnsinnigen, aber es gibt auch andere Stimmen: Jene, die ihn für einen kompromisslosen Verfechter der Sklaven-Befreiung halten, dem klar war, dass das System Sklaverei nicht ohne Waffengewalt weichen werde.

Seine Geschichte erzählt die Serie aus der Sicht des fiktiven Sklavenjungen Henry, den John Brown konsequent für ein Mädchen hält. Und wer ist Henry schon, dass er dem legendären Sklavenbefreier widersprechen würde: "Schwarze, die tun, was ihnen gesagt wird und ihren Mund halten, leben am längsten", so Henry, der fortan Henrietta heißt. Immer wieder gerät er zwischen die Fronten jener, die für seine Befreiung oder seine Versklavung kämpfen. Die absurde Satire ist nicht als historisches Biopic zu verstehen, sondern als Parodie. „The Good Lord Bird“ hält dem gespaltenen Amerika des Jahres 2021 den Spiegel vor und hält dabei selbst fest: "Alles ist wahr. Das meiste davon ist geschehen." 

Clickbait_103_Unit_03639RC | © Netflix

13. Clickbait, Miniserie (Netflix)

Bis zuletzt spannender Crime-Thriller in acht Teilen, der die Fake-News-Problematik von sozialen Medien rund um einen faszinierenden Kriminalfall verdichtet: Eines Tages wird der liebevolle Ehemann und Vater Nick Brewer (Adrian Grenier) vermisst. Wenig später taucht ein Online-Video auf, indem mit seiner Ermordung gedroht wird, wenn sich fünf Millionen Leute das Video anschauen. Außerdem bezeichnet sich Nick darin selbst als jemand, der Frauen missbraucht hat und den Tod verdient hat. Daraufhin steigen die Klickzahlen des Videos rasant. Nicks Schwester Pia (Zoe Kazan) will die Vorwürfe nicht glauben und begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit. Was folgt ist ein atemberaubendes Verwirrspiel und eine erschreckende Metapher auf unseren schwindenden Bezug zur Realität in einer digitalen Welt voller virtueller Persönlichkeiten. 

Cruel-Summer_Serie_Entertainment-One_Freeform_02 | © Entertainment One

12. Cruel Summer, Miniserie (Prime Video)

Im Mittelpunkt des spannenden Crime-Dramas, das manchmal an die Mystery-Kultserie "Twin Peaks" erinnert, stehen zwei Teenage-Mädchen: Die glamouröse Kate Wallis (Olivia Holt, bekannt als Marvel-Superheldin Dagger aus "Cloak & Dagger"), stammt aus einer angesehenen Familie und ist an der Schule allseits beliebt. Die schüchterne Jeanette Turner (Chiara Aurelia) stammt aus einer Mittelstand-Familie und führt an der Highschool ein unscheinbares Dasein mit zwei Nerd-Freunden. Als die beliebte Kate im Jahr 1993 spurlos verschwindet und drei Jahre später aus dem Keller eines Lehrers befreit wird, wirft sie der inzwischen aufgeblühten Jeanette unterlassene Hilfeleistung vor. Sie habe sie in ihrem Kellerverließ gesehen und nichts unternommen. Stattdessen habe sie ihr Leben und ihren Freund Jamie (Froy Gutierrez) übernommen.

Was zunächst wie ein Teenie-Drama klingt, entpuppt sich bald als intelligenter Crime-Thriller. Denn die Anschuldigung ist der Auftakt einer spannenden Aufdeckungsgeschichte, die auf drei Zeitebenen und aus den Perspektiven der beiden Mädchen langsam aufgerollt wird. Immer mit der quälenden Frage im Hinterkopf: Welches der beiden Mädchen lügt? 

Mare-of-Easttown_TV_Miniseries_HBO_01 | © HBO/ Sky

11. Mare of Easttown, Miniserie (Sky)

Tiefgründiges, aber auch düsteres Crime-Drama mit Kate Winslet in der Hauptrolle der Mordermittlerin Mare Sheehan. In der kleinen Stadt Easttown stößt sie bei ihren Ermittlungen auf eine Mauer des Schweigens. In der Stadt kommt niemand problemlos über die Runden. Alle sind mit Überleben beschäftigt, für echtes Leben bleibt keine Zeit. Mare geht es nicht anders. Sie lebt mit ihrer Mutter Helen (Jean Smart) und ihrer Tochter Siobhan (Angourie Rice) zusammen. Außerdem ist da noch Mares Enkel, das Kind ihres Sohnes. Er hat vor einem Jahr Selbstmord begangen. Nun steckt Mare in einem Sorgerechtsstreit. Ihr Ex-Mann hat die Kriminalbeamtin alleine in ihrem familiären Sumpf zurückgelassen. Bei den Ermittlungen im Mordfall eines Mädchens hilft es auch nicht, dass in dem Ort jeder jeden kennt. Ihr wird daher mit Detective Colin Zabel (Evan Peters) ein ambitionierter junger Partner zur Seite gestellt.

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die von Anfang an untypische Krimihandlung bald in eine Richtung, die typische Krimi-Klischees bricht. Immer mehr liegt der Fokus bei einem Drama rund um traumatisierte Mütter, die aber durchhalten und eigentlich das brüchige gesellschaftliche Gefüge der heruntergekommenen Stadt zusammenhalten. „Mare of Easttown“ ist eine desillusionierende, aber auch bewegende Geschichte über das Ende des amerikanischen Traums vom besseren Leben – und auch ein spannender Krimi mit überraschender Wendung! 

Squid-Game_Unit_101_0281 | © Netflix

10. Squid Game, Staffel 1 (Netflix)

Die brutale Actionserie aus Südkorea ist der überraschende Serien-Hype des Jahres 2021 und hat sich bereits zur meistgeschauten Netflix-Serie aller Zeiten (vor "Bridgerton", "The Witcher" und "Lupin") gemausert. Allerdings ist "Squid Game" nicht nur Hype, sondern liefert durchaus auch eine interessante und zweifelfrei provokante Auseinandersetzung mit dem Turbokapitalismus.

Worum geht's bei "Squid Game"? 456 hoch verschuldete Menschen werden zu einem mysteriösen Spiel eingeladen, bei dem Reichtum für den Gewinner winkt. Die Teilnehmer werden an einem geheimen Ort eingeschlossen und von bewaffnetem Personal mit Masken angewiesen. Bei den Spiel-Runden handelt es sich um traditionelle koreanische Kinderspiele. Doch hier geht es um Leben und Tod: Wer verliert, stirbt! Der spielsüchtige Seong Gi-hun (Lee Jung-jae) macht wie die meisten anderen Teilnehmer trotzdem mit, weil er auf das Preisgeld in Milliardenhöhe hofft.

Die blutige Gewalt dient hier einem Zweck. Sie hält einer Gesellschaft den Spiegel vor, in der immer mehr Milliardären immer breitere Schichten gegenüberstehen, die an der Armutsgrenze leben. Die Gewalt der Serie könnte also als Metapher für die strukturelle Gewalt interpretiert werden, die von Armut in einer turbokapitalistischen Gesellschaft ausgeht. Für Kinder und Jugendliche ist "Squid Game" freilich dennoch nicht das ideale Programm. 

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9. Midnight Mass, Miniserie (Netflix)

Die siebenteilige Horror-Miniserie über Trauer und Glauben in einer kleinen erzkatholischen Inselgemeinde ist die neueste Produktion von Regisseur Mike Flanagan für Netflix. Er hat sich als Horror- und Thriller-Spezialist mit Serien wie "Spuk in Hill House" und "Spuk in Bly Manor" und Filmen wie "Das Spiel""Still" und zuletzt "Doctor Sleep" einen Namen bei Horror-Fans gemacht. Die Handlung von "Midnight Mass" erinnert an den Mystery-Horrorfilm "The Wicker Man": In der kleinen Gemeinde Crockett Island auf einer abgelegenen Insel werden die Rückkehr eines jungen Mannes (Zach Gilford) und das Auftauchen eines charismatischen Priesters (Hamish Linklater) von mysteriösen Ereignissen begleitet. Das sorgt für immer mehr Unmut und Zwietracht unter den Bewohnern, die offenbar von düsteren Geheimnissen und alten Konflikten befeuert werden. Es wird wieder gruselig und übernatürlich. Jump Scares halten sich diesmal in Grenzen, mit schockierenden Momenten ist aber durchaus zu rechnen. 

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8. Nine Perfect Strangers, Miniserie (Prime Video)

Anfangs ist schwierig festzumachen, worum es in diesem Mystery-Drama wirklich geht. Neun verschiedene Personen, die – wie der Titel bereits verrät – einander nicht kennen, verbringen zehn Tage in einem luxuriösen Wellness-Retreat namens Tranquillium House: die Bestseller-Autorin Francis (Melissa McCarthy), das junge Ehepaar Ben (Melvin Gregg) und Jessica (Samara Weaving), die von ihrem Ehemann verlassene Carmel (Regina Hall), der ehemalige Football-Star Tony (Bobby Cannavale), der Scheidungsanwalt Lars (Luke Evans) und die Familie Marconi, bestehend aus Vater Napoleon (Michael Shannon), Mutter Heather (Asher Keddie) und Tochter Zoe (Grace Van Patten). Alle Neun haben ein Trauma erlitten, deren wundersame Heilung die charismatische Betreiberin Masha Dmitrichenko (Nicole Kidman) verspricht. Dank der fesselnden Charakterportraits und der großartigen Besetzung entwickelt die an sich recht unspektakulär dahinplätschernde Handlung eine unheimliche Anziehungskraft, die sich langsam bis zum emotionalen Finale steigert.

Eine ähnliche Geschichte erzählt übrigens auch die ebenfalls empfehlenswerte Serie "The White Lotus", die hierzulande bei Sky zu sehen ist. 

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7. Sweet Tooth, Staffel 1 (Netflix)

Abenteuerlich und märchenhaft statt düster und dystopisch: "Sweet Tooth" ist ein fantastischer Mix aus Fantasy und Endzeit-Science-Fiction. Netflix ist mit dieser Verfilmung des gleichnamigen Comics von Jeff Lemire eine sehenswerter Serien-Hit gelungen. Worum geht's: Eine mysteriöse Seuche hat große Teile der Menschheit dahingerafft. Begleitet wurde die Krankheit mit der Geburt von Tier-Mensch-Hybridwesen. Rund zehn Jahre nach dem Ausbruch werden diese Kinder von radikalen Überlebenden gejagt. Im Mittelpunkt steht der zehnjährigen Hirsch-Mensch-Hybrid Gus (Christian Convery), wegen seiner Leidenschaft für Süßigkeiten "Sweet Tooth" genannt. Nach dem Tod seines Vaters begibt er sich auf die gefährliche Suche nach seiner Mutter. Seine abenteuerliche Reise erinnert an die Geschichten von Huckleberry Finn. Pflichttermin für Fantasy-Fans und eine spannende Serie für die ganze Familie. 

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6. Loki, Staffel 1 (Disney+)

"Loki" ist mit der Einführung des Multiversums in das Marvel Cinematic Universe (MCU) ähnlich originell wie "WandaVision", aber viel lustiger. Das ist der Grund, warum wir die Serie rund um den göttlichen Anti-Helden bei den Top-Serien des Jahres 2021 bevorzugen. Der hohe Unterhaltungswert liegt aber nicht nur am schelmischen Titelhelden Loki, den Tom Hiddleston in gewohnter Weise als gewieften Anti-Helden spielt. Genau genommen haben wir es mit dem Schurken Loki aus dem ersten "Avengers"-Film zu tun. Denn der sympathische Anti-Helden Loki ist ja bekanntlich in "Avengers: Infinity War" von Thanos getötet worden. Dieser frühe Loki gerät in der Serie in die bürokratischen Mühlen der mysteriösen "Time Variance Authority", kurz TVA, gerät. Diese Einrichtung außerhalb von Raum und Zeit wacht über den Zeitstrom, um die Entwicklung krass voneinander abweichender Realitäten zu vermeiden. Natürlich gibt sich Loki mit den einfachen Erklärungen der TVA nicht zufrieden. Was folgt ist eine abenteuerliche Reise ans Ende der Zeit, bei der das MCU um großartige Charaktere wie Mobius (Owen Wilson), Sylvie Laufeydottir (Sophia Di Martino) und "Alligator Loki" erweitert wird – und natürlich um einen neuen Superschurken! 

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5. Sex Education, Staffel 3 (Netflix)

Die wohl versauteste Coming-of-Age-Dramedy aller Zeiten hält auch in der mit Spannung erwarteten Staffel 3 das hohe Niveau: Wird der super-verklemmte Otis Milburn (Ada Butterfield) über seinen Schatten springen und endlich Maeve Wiley (Emma Mackey) seine Liebe gestehen? Er hat es ja schon am Ende der zweiten Staffel in einer Sprachnachricht getan. Böser Fehler, denn der verschlagene Rollstuhlfahrer Isaac (George Robinson) hat sie gelöscht und Otis weggeschickt als er Maeve besuchen wollte. Die Lehre aus der Geschichte: Love Messages immer persönlich überbringen, nie per SMS! Einziger Wermutstropfen der dritten Staffel: Die acht Episoden waren in Windeseile durchgebinged – jetzt heißt es wieder warten auf Staffel 4. Doch wenn es so weitergeht, lohnt sich das Warten auf jeden Fall. 

The-Flight-Attendant_serie_Warner_03 | © Warner Bros TV

4. Flight Attendant, Miniserie (Prime Video)

Kaley Cuoco, bekannt als Penny aus "The Big Bang Theory", spielt in diesem gelungenen Mix aus Crime-Thriller und Komödie die Flugbegleiterin Cassie Bowden. Cassie ist ein Partygirl und dem Alkohol nicht abgeneigt. In Bangkok wacht sie völlig verkatert und ohne Erinnerung an den Vorabend neben der Leiche des schwerreichen Alex Sokolov (Michiel Huisman) auf. In Panik säubert sie das Hotelzimmer und fliegt zurück nach New York. Dort wird sie von FBI-Agenten erwartet, die sie zu den Vorfällen in Bangkok befragen wollen. Doch Cassie kann sich an diese Nacht nicht erinnern. Cassie muss herausfinden, was passiert ist und warum sie sich nicht mehr daran erinnern kann. Dabei hilft ihr der Ermordete als sprechende Halluzination in ihren Flashbacks. Was folgt, ist ein erfrischend humorvoller Murder-Mystery-Krimi und durchaus ernsthafter Selbstfindungstrip. 

Ted_Lasso_Photo_020409 | © AppleTV

3. Ted Lasso, Staffel 2 (AppleTV+)

Die mehrfach preisgekrönte Comedy-Serie rund um den von US-Comedian Jason Sudeikis geschaffenen und gespielten Football-Trainer Ted Lasso überzeugte schon in der ersten Staffel mit Humor, Sensibilität und Tiefgang. Ted nimmt einen Job als Fußball-Trainer des britischen Premium League Clubs AFC Richmond an. Bald muss er feststellen, dass sein Verständnis für Soccer ebenso mangelhaft ist wie jenes der Briten. Was bitte ist ein Abseits und wie kann man nur Tee mögen? Zum Glück ist Ted ein grenzenloser Optimist mit einem gewinnenden Wesen und unkonventionellen Methoden. Was folgt, ist eine erfrischend lustige und überraschend einfühlsame Comedy, in der sich unzählige Figuren tummeln, die man nur lieben (oder manchmal auch bedauern) kann. Die zweite Staffel ist sogar noch besser, die dritte schon in Planung. 

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2. The Witcher, Staffel 2 (Netflix)

Die zweite Staffel von "The Witcher" wird nicht ganz so elegant in verschiedenen Zeitebenen erzählt wie Staffel 1. Aber im Vergleich zu ähnlichen Fantasy-Serien des Jahres 2021 wie "Das Rad der Zeit" (Amazon Prime Video) oder "Shadow and Bone" (ebenfalls Netflix) hat uns "The Witcher" eindeutig am meisten in seinen Bann gezogen. Das liegt nicht nur an der fantastischen Geschichte, sondern vor allem auch an der großartigen Besetzung der Hauptcharaktere und dem beeindruckenden (visuellen) World Building der Serie. "The Witcher" gelingt die gar nicht so einfache Gratwanderung zwischen einer märchenhaften Fantasy-Welt im Stil von "Herr der Ringe" und einer düster-realistischen Mittelalter-Kulisse à la "Game of Thrones". In der zweiten Staffel spitzt sich der Krieg zwischen dem südlichen Reich Nilfgaard und den nördlichen Königreichen zu. Gleichzeitig versucht Geralt (Henry Cavill) sein Mündel Ciri (Freya Allan) vor dunklen Mächten zu beschützen und gerät dabei ausgerechnet in einen Konflikt mit Yennefer (Anya Chalotra). 

Foundation_Photo_010901 | © AppleTV

1. Foundation, Staffel 1 (AppleTV+)

Mit der Verfilmung der "Foundation"-Trilogie von Isaac Asimov  hat sich AppleTV+ an ein Sci-Fi-Kultbuch herangewagt – und tatsächlich einen Volltreffer gelandet: Die epische Space-Opera erstreckt sich über Jahrtausende und galt bisher als unverfilmbar. Im Mittelpunkt steht der Niedergang des Galaktischen Imperiums, das seit 400 Jahren von einer Dynastie von Klonen des ersten Kaisers Cleon regiert wird. Der geniale Mathematiker Hari Seldon (Jared Harris) sagt den Untergang des Reiches auf Basis der von ihm gegründeten Wissenschaft der Psychohistorik voraus. Damit werden der Wissenschaftler und seine Anhänger zu Aussätzigen. Auf einem fernen Planeten am Rande des Imperiums bereitet sich die von Seldon gegründete Foundation auf den kommenden Untergang vor und versucht von der Zivilisation zu retten, was zu retten ist. Zu unterschiedlichen Zeiten versuchen Gaal Dornick (Lou Llobell) und Salvor Hardin (Leah Harvey) dem goßen Plan von Seldon zu folgen.

Unter Showrunner und Autor David S. Goyer ("The Dark Knight") ist AppleTV+ ein episches Weltraum-Spektaklel gelungen, dass dank großartiger Besetzung und imposanter visueller Umsetzung das Zeug zu einem Sci-Fi-Serienhit in der Liga von „Game of Thrones“ hat.