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14 Meilensteine des Vampirfilms im Rückwärtsgang

14 Meilensteine des Vampirfilms im Rückwärtsgang

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Eine kurze Geschichte des Vampirfilms: Die legendären Blutsauger haben sich seit ihrem ersten Auftauchen im Stummfilm den Zeiten angepasst.

Vampire tauchten schon zur Zeit des Stummfilms erstmals auf der Leinwand auf. Der Vampirfilm ist damit eines der ältesten Filmgenres überhaupt und wohl das populärste Subgenre des damals oft sehr fortschrittlichen Horrorfilms. Seit damals haben sich Vampire im Film stets dem Zeitgeist angepasst. Im Laufe der Zeit sind sie von seelenlosen Ausgeburten der Hölle, dem "unsagbar Bösen", zu blutsaugenden Aristokraten und sogar jugendlichen Romantikern im Reich der menschenfressenden Monster geworden.

Wir haben die cineastische Evolution des Vampirfilms auf 14 Filme reduziert, die stellvertretend als Meilensteine in der Entwicklung des Genres stehen. Vampirfilme gibt es viele, aber diese Filme haben jeweils eine neue Facette in das Genre eingebracht – auch wenn wohl nicht alle Filme in unserer Auswahl wirklich geliebt werden.

Anlass für unser Vampirfilm-Watchlist sind unter anderem die redlichen Bemühungen des Hollywood-Studios Universal Pictures um die Wiederbelebung des Vampirfilms im Kino: Nach der Splatter-Komödie "Renfield" und der Dracula-Episode "Die letzte Fahrt der Demeter" (beide 2023), läuft zurzeit gerade der Action-Vampirfilm "Abigail" in den Kinos. Unsere kleine Geschichte des Vampirfilms starten wir daher im Rückwärtsgang mit ...

 

Abigail-2024_Universal_00486R | © Universal Pictures

14. Abigail (2024)

Back to Action: "Abigail" vom Regie-Duo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett, bekannt für den nicht unähnlichen Horror-Spaß "Ready or Not" (2019), macht endlich wieder Schluss mit Bobo- und Weichei-Vampiren, die über ihr unsterbliches Dasein sinnieren, oder romantischen Teenie-Versionen des aristokratischen Untoten. Nein, in "Abigail" sind Vampire wieder böse und blutrünstig – wenn auch nicht abgrundtief böse, wie in "Ausgeburt der Hölle", sondern eher gangster-mäßig böse wie in "untoter Mafiosi".

Die titelgebende Abigail (Alisha Weir) ist eine 11-jährige Ballerina und Tochter eines sehr reichen Mannes. Deshalb gerät sie ins Visier einer Kidnapper-Bande, die das Mädchen im Auftrag von Lambert (Giancarlo Esposito) in ein entlegenes Herrenhaus entführen. Wenn ihr Vater 50 Millionen Dollar locker macht, wird ihr nichts passieren. Das verspricht ihr zumindest Joey (Melissa Barrera), die sich um sie kümmert, bis alles vorbei ist. Anführer des Teams ist der ehemalige Polizist Frank (Dan Stevens), dabei sind außerdem die Hackerin Sammy (Kathryn Newton), der Ex-Soldat Rickles (William Catlett), der Muskelprotz Peter (Kevin Durand) und der Fahrer Dean (Angus Cloud). Die Namen sind natürlich nur Pseudonyme. Keiner der Profis kennt den anderen.

Doch bei aller Professionalität hat die Truppe eines vergessen: Zu fragen, wer der Vater des Mädchens ist. Das stellt sich als tödlicher Fehler heraus als das erste Team-Mitglied tot aufgefunden wird. Was sich anfangs wie ein Gangsterfilm und "Da waren es nur noch Neune"-Krimi anfühlt, biegt bald in Richtung Horror ab. Der Twist hätte beinahe "From Dusk Till Dawn"-Qualitäten, würde der offizielle Trailer nicht schon den Vampirfilm spoilern (und in dieser Watchlist wäre wohl eine Spoiler-Warnung auch eher sinnbefreit).

Fazit: Einer der besten Vampir-Filme der vergangenen Jahre, der gekonnt aus verschiedenen Genre-Versatzstücken einen höchst amüsanten und bis zuletzt spannenden Horror-Plot zusammenfügt.

"Abigail" ist zurzeit in den heimischen Kinos zu sehen. 

5-Zimmer-Küche-Bad_2014_Weltkino_01 | © Weltkino

13. 5 Zimmer Küche Sarg (2014)

In "What We Do in the Shadows", so der Originaltitel, wird das Alltagsleben von vier Vampiren in einer Wohngemeinschaft in einem Vorort von Wellington in Neuseeland aus der Sicht eines Kamerateams gezeigt. Von den alltäglichen Streitigkeiten über den Abwasch bis hin zu den Schwierigkeiten, sich nachts unauffällig zu ernähren, beleuchtet der Film die komischen Seiten des Vampir-Daseins im 21. Jahrhundert. Als ein frisch verwandelter Vampir namens Nick (Cori Gonzalez-Macuer) in die WG einzieht, müssen sich die alten Vampire mit den Tücken der modernen Welt auseinandersetzen. Was folgt, ist eine skurrile Komödie mit scharfsinnigem Humor, liebenswerten Charakteren und einer frischen Perspektive auf das Genre des Vampirfilms. 

Der Erfolg der schwarzhumorigen Komödie im Stil einer Dokumentation hat aber auch dafür gesorgt, dass Drama, Weltschmerz und Alltagsprobleme in den Vampirfilm Einzug gehalten haben. In der Folge wurde zunehmend auch der Bereich des Indie- und Arthouse-Films mit Vampir-Blut besudelt. Man denke nur an Genre-Blüten wie "Only Lovers Left Alive" (2013), "Byzantium" (2012) und "Durst" (2009). Aber waren das wirklich noch echte Vampire? 

"5 Zimmer Küche Sarg" ist als Leihangebot bei Prime Video verfügbar. 

So-finster-die-Nacht_2008_EFTI_01 | © EFTI

12. So finster die Nacht (2009)

Ein unheimliches und gleichzeitig berührendes Indie-Meisterwerk des Vampirfilms hat hingegen der schwedische Regisseurs Tomas Alfredson geschaffen. Das Drehbuch von John Ajvide Lindqvist, basierend auf seinem eigenen Roman, beleuchtet Themen der Einsamkeit, des Erwachsenwerdens und der Liebe ebenso subtil wie emotional. Im Mittelpunkt steht die einzigartige Freundschaft zwischen dem Vampir-Mädchen Eli und dem 12-jährigen Oscar in der verschneiten schwedischen Vorstadt Blackeberg, irgendwann in den 1980er-Jahren. Das Mädchen zieht in die Nachbarwohnung. Während es in der Nachbarschaft zu seltsamen Todesfällen kommt, bestärkt sie den schüchternen Oscar darin, sich gegen die Bullys in der Schule zu wehren. 

Ein ähnliches Indie-Drama im Vampir-Genre ist auch "A Girl Walks Home Alone at Night" (2014). 

"So finster die Nacht" ist zurzeit bei Amazon Freevee zu sehen.

Twilight-Biss-zum Morgengrauen_2008_Summit_03 | © Summit Entertainment

11. Twilight - Biss zum Morgengrauen (2008)

Mit der "Twilight"-Saga sind wir am Tiefpunkt des Vampirfilms angelangt – zumindest sehen wir das so. Vampire dienen hier nur noch als mystische Kulisse für ein schnulziges Teenie-Drama, das vor Kitsch nur so trieft. Abgesehen davon ist die Geschichte auch noch vollgepackt mit puritanischen Metaphern über sexuelle Enthaltsamkeit und Fatalismus, verpackt in ein stylisches-populäres Teenie-Märchen:

Als die 17-jährige Isabella Swan (Kristen Stewart), kurz Bella genannt, zu ihrem Vater ins verregnete Forks im nordwestlichen US-Bundesstaat Washington zieht, wird sie dort rasch von den heimischen Jungs umschwärmt. Doch sie interessiert sich mehr für den geheimnisvollen Edward Cullen (Robert Pattinson), der sie – ebenso wie seine ganze Familie – sehr abweisend behandelt. Als Bella bei einem Unfall durch Edwards blitzschnelle Reaktion gerettet wird, beginnt sie Nachforschungen anzustellen. Bald stellt sich heraus, dass nicht nur Edward, sondern seine ganze Familie Vampire sind. Zwischen Bella und Edward beginnt eine melodramatische Liebesgeschichte.

Kurz gesagt: Nicht jedermanns Sache, aber kommerziell erfolgreich und für eine ganze Generation eine prägende Variation des Vampirfilms. 

Die "Twilight"-Trilogie ist zurzeit bei Netflix im Programm. 

Daybreakers_2009_Lionsgate_02 | © Lionsgate

10. Daybreakers (2009)

In der Zukunft haben Vampire die menschliche Zivilisation übernommen, nachdem eine mysteriöse Seuche die Mehrheit der Menschheit in Blutsauger verwandelt hat. Die verbliebenen Menschen werden von den Vampiren gejagt und in Blutfarmen gehalten, wo sie als Nahrungsquelle dienen. Doch die Bestände an Menschen werden immer kleiner und es herrscht Blutknappheit. Das ist eine Gefahr für die Vampir-Gesellschaft, denn ohne menschliches Blut degenerieren die Vampire zu instinktgesteuerten Bestien.

In der durch Blutmangel bedrohten Vampir-Gesellschaft gibt es aber auch Widerstand gegen diesen unwürdigen Umgang mit den Menschen. Der Wissenschaftler Edward Dalton (Ethan Hawke) gehört zu der Gruppierung, die sich für Menschen einsetzt. Er forscht in der Pharmafirma Bromley Marks an einem künstlichen Blutersatz, um das Blutproblem für seinesgleichen und die Menschen zu lösen. Dabei entdeckt er jedoch eine Heilung für den Vampirismus. Doch das würde das Ende der Vampir-Gesellschaft bedeuten und nicht jeder Vampir will geheilt werden.

"Daybreakers" ist ein spannender Mix aus dystopischer Science-Fiction, Action- und Vampirfilm, den wir als besseren Stellvertreter für futuristische Vampirfilme wie "Underworld" (2003) und "Priest" (2011) genommen haben. 

"Daybreakers" ist als Leihangebot bei Prime Video verfügbar und in mehreren Prime-Channels enthalten. 

From-Dusk-Till-Dawn_1996_Paramount | © Paramount

9. From Dusk Till Dawn (1996)

Nur wenige Filme haben einen so großartigen Twist wie der Action-Thriller von Regisseur Robert Rodriguez, dessen Drehbuch von Rodriguez-Kumpel Quentin Tarantino stammt. Da den Twist heute wohl jeder schon im Vorhinein kennt, ist das Kino-Erlebnis eines ahnungslosen Publikums heute nur schwer vorstellbar.

Im Mittelpunkt stehen die Brüder Seth (George Clooney) und Richard Gecko (gespielt von Tarantino selbst), die auf ihrer Flucht vor den US-Gesetzeshütern eine blutige Spur hinterlassen. Um in seinem Wohnmobil unentdeckt über die Grenze nach Mexiko zu entkommen, entführen die Brüder den ehemaligen Priester Jacob Fuller (Harvey Keitel) und seine beiden Kinder Kate und Scott. Doch in der gottlosen Trucker-Bar Titty Twister jenseits der Grenze sind die Flüchtigen alles andere als sicher. 

"From Dusk Till Dawn" steht für adrenalin-geladene Action im Vampirfilm und war auch der Auftakt für einen neuen Trend: Ende der 90er-Jahre übernahmen Vampirjäger das Ruder im Vampirfilm. Im frühen Marvel-Superheldenfilm "Blade" (1998), der auch zur futuristischen Vampirfilm-Fraktion gezählt werden könnte, ist der Daywalker auf der Jagd nach Vampiren. Schon zuvor hatte in "Buffy – Der Vampir-Killer" (1992) die legendäre Vampir-Jägerin ihren ersten Auftritt, aber erst 1998 ging sie in der Kultserie "Buffy - The Vampire Slayer" auf Vampirjagd. "John Carpenter's Vampires" (1998) ist ein weiteres Beispiel für den Trend zum Vampirjäger und ein Guilty-Pleasure für Genre-Fans. Etwas später schlüpfte Hugh Jackman sogar in die Rolle des klassisches Vampirjägers "Van Helsing" (2004) und sogar ein populärer US-Präsident machte in "Abraham Lincoln Vampirjäger" (2012) Jagd auf blutsaugende Untote. 

"From Dusk Till Dawn" ist bei Paramount+ und Sky im Programm und als Leihangebot bei Prime Video verfügbar.

Bram-Stokers-Dracula_1992_movie_03 | © Sony Pictures

8. Bram Stoker's Dracula (1992)

Mit der opulenten Verfilmung des Romans von Bram Stoker hat Star-Regisseur Francis Ford Coppola neue Maßstäbe gesetzt. Der Film beeindruckt durch die hochkarätige Besetzung (vielleicht von Reeves abgesehen, der als Harker recht blass bleibt) und die großartige Ausstattung. Aber darüber hinaus hat die Coppola-Verfilmung auch den Weg in Richtung der Romantisierung des Vampirs geebnet, die letztendlich in "Twilight" ihren Tiefpunkt als Teenie-Drama erreicht hat. 

Gary Oldman ist zwar ein legendärer Fürst der Finsternis, aber gleichzeitig auch eine romantische Fiigur. Der Vampirismus steht in dieser Geschichte für wahre Leidenschaft: Der rumänische Prinz Vlad Dracul ist aus Liebe zum Vampir geworden und begibt sich auf der Suche nach Liebe nach London. Dort will er die Verlobte (Winona Ryder) des englischen Rechtsanwalts Jonathan Harker (Keanu Reeves) zu seiner untoten Gefährtin zu machen.

Der edle Vampir in opulenten Filmen mit hochkarätiger Besetzung hielt sich aber nicht lange. Nach "Bram Stoker's Dracula" wäre noch die ebenfalls hochkarätig besetzte Romanverfilmung "Interview mit einem Vampir" (1994) zu erwähnen. Aber dann kam schon die Zeit der oben erwähnten Vampirjäger. 

"Bram Stoker's Dracula" ist zurzeit als Leihangebot bei Prime Video verfügbar. 

The-Lost-Boys_1987_Warner_02 | © Warner Bros

7. The Lost Boys (1987)

"The Lost Boys" gilt neben "Fright Night" (1985) als einflussreicher Meilenstein des Teenage-Vampirfilms, der den Weg für Serien wie "Buffy" und die "Twilight"-Filme ebnete. Im gleichen Jahr erschien zwar auch die Vampir-Liebesgeschichte "Near Dark", aber "The Lost Boys" hatte dank des stimmigen Soundtracks, der Rock-Ästhetik und des legendären "Scooby-Gang"-Settings im Stil von "Die Goonies" wesentlich mehr Einfluss. 

Die Brüder Michael (Jason Patric) und Sam (Corey Haim) ziehen mit ihrer Mutter Lucy (Dianne Wiest) zu ihrem Großvater nach Santa Clara. Obwohl anfangs wenig begeistert, freundet sich der jüngere Sam bald mit den gleichaltrigen Brüdern Edgar (Corey Feldman) und Alan Frog (Jamison Newlander) an, die behaupten Vampirjäger zu sein. Der ältere Michael flirtet mit einer geheimnisvollen Schönheit namens Star (Jami Gertz) und verknallt sich bald hoffnungslos in sie. Dadurch gerät er ins Visier von David (Kiefer Sutherland) und seiner Motorrad-Gang. Um Star zu beeindrucken, lässt er sich auf ihre Mutproben ein – nichtahnend, dass es sich bei David und seinen Freunden um Vampire handelt. 

"The Lost Boys" ist als Leihangebot bei Prime Video verfügbar. 

Fright-Night_1985_Movie_Sony | © Sony Pictures

6. Fright Night – Die rabenschwarze Nacht (1985)

"Fright Night" ist ein Meilenstein des Vampirfilms in den 80er-Jahren. Anders als "The Lost Boys" ist er auch eine Hommage an alte Vampirfilme, stellt aber eine Teenie-Gang in den Mittelpunkt wie bei "The Goonies". Der Film wurde 2011 durchaus solide neu verfilmt, aber das Original ist unübertroffen:

Der Horrorfilm-begeisterte Teenager Charley Brewster (William Ragsdale) beobachtet eines Nachts, dass zwei Männer einen Sarg ins Nachbarhaus tragen. Seitdem widmet er seinem seltsamen Nachbarn (Chris Sarandon) mehr Aufmerksamkeit als seiner Freundin. Das sorgt bei beiden für Verstimmung. Der Ärger mit dem Nachbarn erweist sich aber als lebensbedrohlich, denn dieser entpuppt sich als blutsaugender Vampir. Blöd nur, dass dem Horrorfilm-Nerd keiner seine Vampirgeschichte glaubt. Bald stehen Charley und seine Freundin auf dem Speiseplan des untoten Nachbarn. 

"Fright Night – Die rabenschwarze Nacht" ist als Leihangebot bei Prime Video verfügbar. Das auch nicht schlechte Remake von 2011 ist bei Disney+ zu sehen. 

Martin_1977_Capelight-Pictures_01 | © Capelight Pictures

5. Martin (1977)

Der Low-Budget-Film von Meisterregisseur George A. Romero ("Die Nacht der lebenden Toten", "Dawn of the Dead") ist auch unter dem Titel "Wampyr" bekannt. Im deutschsprachigen Raum kommt dabei aber eher die Vorstellung von einer Parodie über einen dicken Vampir auf – was "Martin" ganz sicher nicht ist. Ganz im Gegenteil: Mit dem Psychothriller hat Romero dem Vampirfilm einen damals ganz neuen Spin gegeben.

Im Mittelpunkt steht ein junger Mann namens Martin (John Amplas). Der Serienkiller hat eine nekrophile und blutrünstige Neigung: Er narkotisiert Frauen, um mit ihnen Sex zu haben, und dann ihr Blut zu trinken. Es ist nicht ganz klar, ob er sich selbst wirklich für einen Vampir hält, oder nur so tut als ob. Sein Cousin Cuda (Lincoln Maazel), ein älterer Katholik, tut dies aber auf jeden Fall. Eine Lösung sieht er in einem Exorzismus.

Romero hat mit "Martin" erstmals eine Meta-Ebene in den Vampirfilm gebracht. Vampire sind hier nicht mehr nur übernatürliche Monster oder Dämonen aus der Hölle. Vielmehr steht der Vampirismus für psychologische Erkrankungen oder sonstige menschliche Abgründe. In späteren Filmen dieser Art hielten sich etwa Nicolas Cage in "Vampire's Kiss" (1989) und Lili Taylor in "The Addiction" (1995) für Vampire – oder waren es auch. 

"Martin" ist bei keinem Streaming-Anbieter verfügbar und sogar als DVD/ Blu-ray eine Rarität. 

Tanz-der-Vampire_1967_Warner_01 | © Warner Bros

4. Tanz der Vampire (1967)

Vampire in Komödien und Parodien sind schon seit Roman Polanskis schwarzhumoriger Hommage an die alten Vampirfilm-Klassiker keine Seltenheit mehr. Der US-Titel "The Fearless Vampire Killers, or Pardon Me, But Your Teeth Are in My Neck" bringt schwarzen Humor perfekt auf den Punkt:

Der kauzige Professor Abronsius (Jack MacGowran) und sein treuer Assistent Alfred (Roman Polanski) reisen in die schneebedeckten Berge Transsylvaniens, fest entschlossen, die Existenz von Vampiren zu beweisen. Als sie in einem abgelegenen Dorf eintreffen, wird schnell klar, dass sie genau am richtigen Ort sind. Als die hübsche Wirtstochter Sarah (Sharon Tate) vom legendären Vampir Graf Krolock (Ferdy Mayne) entführt wird, brechen die unerschrockenen Helden sogleich zur Rettung auf. Jedoch finden sie sich bald in einem Tanz der Untoten wieder.

"Tanz der Vampire" hat den Vampirfilm humorvoll auf den Kopf gestellt und ist schon deshalb ein Muss für Genrefans. Danach folgten noch zahlreiche Vampir-Komödien, die nicht immer das hohe Niveau dieser Parodie halten konnten. Ein aktuelles Beispiel für eine gelungene Parodie klassischer Vampirfilme wäre zum Beispiel "Renfield" (2023) mit Nicolas Cage als Dracula. 

"Tanz der Vampire" ist als Leihangebot bei Prime Video verfügbar. 

Draculas-Rückkehr_1968_Hammer_01 | © Hammer Films

3. Dracula - Prince of Darkness (1966)

Christopher Lee war in "Dracula" (1958) zum ersten Mal in die Rolle des Fürsten der Finsternis geschlüpft und am Ende im Sonnenlicht zu Asche zerfallen. Dass dies nicht das endgültige Aus von Dracula sein würde, war klar. Von einem Handlanger wird Dracula aus seiner Asche in Transsylvanien unter Einsatz von jeder Menge menschlichem Blut wieder erweckt. Bald hat er auch wieder eine blutsaugende Mätresse zur Seite, kann aber nicht genug kriegen. Er will auch Diana Kent (Suzan Farmer), die Schwägerin seines ersten Opfers, zur hörigen Vampirin machen. Doch sie und ihr Ehemann erweisen sich als wehrhaft.

"Blut für Dracula", so der deutsche Titel, ist der zweite Dracula-Film der Hammer-Filmreihe mit Christopher Lee. Durch die Hammer-Filme wurde Lee wohl zum legendärsten Dracula-Darsteller neben Bela Lugosi im ersten "Dracula"-Film. Der 60s-Klassiker besticht auch dadurch, dass Lee in dem Film nur faucht, aber kein einziges Wort spricht. Angeblich war Lee mit der Qualität seiner Dialoge nicht zufrieden, weshalb er schlicht gar keinen Text bekam.

Das hat der Atmosphäre des Films aber nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Denn die Dracula-Filme von Hammer sind aus heutiger Sicht zwar kultige, aber auch trashige B-Movies, die mit guten Ideen dem Vampirfilm neues Leben eingehaucht haben. Trotzdem sind Dialoge, Plots und Charaktere manchmal so platt und (aus heutiger Sicht sogar) stupide, dass die Filme oft unfreiwillig komisch sind und nur für echte Fans von Trash Movies zu empfehlen sind. 

"Blut für Dracula" ist wie auch einige andere Hammer-Produktionen nur auf DVD/ Blu-ray erhältlich. 

Dracula_1931_Bela-Lugosi_Universal | © Universal Pictures

2. Dracula (1931)

Dracula (Bela Lugosi) macht den englischen Immobilien-Makler Renfield (Dwight Frye) zu seinem Geschöpf und zieht von Transsylvanien nach London um. Ausgehend von der von ihm gekauften Carfax-Abtei treibt er in London sein Unwesen. Der Vampir macht zunächst die junge Lucy Weston zu einem Geschöpf der Nacht. Bevor er sich seinem nächsten Opfer, Mina, zuwenden kann, zieht ihr Vater den berühmten Professor Van Helsing (Edward Van Sloan) hinzu, der bald Dracula als blutsaugenden Vampir entlarvt.

Regisseur Tod Browning adaptiert in diesem ersten offiziellen Dracula-Film (in Schwarzweiß) eigentlich nicht den Roman von Bram Stoker für die Leinwand, sondern ein auf dem Buch basierendes Theaterstück. Anders als im Stummfilm "Nosferatu" (1922) von Friedrich W. Murnau verkörpert Lugosi den Vampir nicht als abstoßendes Monster, sondern als eleganten Aristokraten. Mit seiner äußeren Erscheinung und dem ungarischen Akzent wirkt er geheimnisvoll und betörend auf Menschen, insbesondere auf seine bevorzugten Opfer: junge Frauen. Diese aristokratische Version von Dracula ist bis heute stilprägend, wenn es um klassische Vampir-Darstellungen geht. 

"Dracula" ist als Leihangebot bei Prime Video verfügbar. 

Nosferatu_1922_

1. Nosferatu – Sinfonie des Grauens (1922)

Der Vampirfilm des deutschen Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau war im Jahr 1922 die erste Film-Adaption des "Dracula"-Romans von Bram Stoker. Da der Film aber nicht offiziell autorisiert wurde (und damals sogar die Vernichtung aller Kopien angeordnet wurde), wird die Geschichte des Vampirs leicht adaptiert erzählt. Anders als in der ersten offiziellen Dracula-Verfilmung mit Bela Lugosi als aristokratisch anmutender Fürst der Finsternis, ist der von Max Schreck gespielte Graf Orlok bewusst eine gruselig-abstoßende Figur.

Der Stummfilm wird in fünf Akten erzählt und gilt als frühes Meisterwerk des deutschen Stummfilms. Aber auch über Deutschland hinaus hatte der Film großen Einfluss. 1979 dreht Werner Herzog mit "Nosferatu – Phantom der Nacht" eine Hommage an den Film mit Klaus Kinski als Vampir. Auch der Film "Shadow of the Vampire" (2000) ist eine Hommage: In dem Film geht es um die Filmdreh im Jahr 1922, wobei der Schauspieler Max Schreck ein echter Vampir ist. 

Der Stummfilm "Nosferatu – Sinfonie des Grauens" ist bei PlexTV zum Streamen verfügbar. 

 

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